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Lackierung ohne Läufer

Lackierung ohne Läufer

Wann immer man sich am Anstreichen einer beliebigen Fläche versucht, muss man immer eines vermeiden: die Läufer. Dies ist ein Problem der Fachleute, wie auch der Leien, der Maler, wie auch der Autolackierer. Unabhängig von den verwendeten Farben und deren Bestimmung gibt es ein Phänomen, das einem hilft, die Läufer zu vermeiden, und es heißt „Thixotropie“.

Man sagt, der Tee wird vom Rühren selbst nicht süßer, aber die Farbe wird dünner.

Ein bisschen Theorie

Der Begriff Thixotropie wurde zum ersten Mal 1935 von Herbert Max Finlay Freundlich, dem deutschen Chemiker, verwendet, und das Wort stammt von der griechischen Sprache (thixis - Berührung). Das Phänomen besteht in einer Änderung der Viskosität z. B. durch intensives Umrühren oder Verreiben mit der Pinsel, woraufhin die Farben leichter aufzutragen sind, aber nicht abtropfen und herunterlaufen, auch wenn man die Decke anstreicht. Nachdem die Farben umgerührt worden sind, kommen sie zurück in ihre ursprüngliche Lage, d. h. die erhöhen ihre Viskosität auf den normalen Wert. Möglich ist aber auch die umgekehrte Erscheinung, also dass eine Flüssigkeit ihre Viskosität durch das Umrühren erhöht. Es handelt sich um einen umdrehbaren Prozess: Um die thixotropische Struktur einer Flüssigkeit zu zerstören, muss man ihr Energie zuführen (siehe Abbildung).

Abbildung 1Verlauf der Änderung der Viskosität eines thixotropischen Systems beim Gerinnen und dann bei der Rückkehr zum Gleichgewicht (Modell des Prozesses).

Wie kann man das Phänomen praktisch nutzen

Von unserem Gesichtspunkt als Lackierer geht es darum, dass wir ein Produkt erhalten, das leicht anzuwenden ist, leicht mit einer Spritzpistole aufgetragen werden kann – daher ist die Viskosität beim Spitzen so wichtig. Andererseits wollen wir, dass der Lack von der Oberfläche nicht herunterläuft (keine Läufer bildet) – und dass man mit einem Gang eine dickere Schicht auftragen kann, also den Bedeckungsgrad erhöht. Unter Anwendung dieses Phänomens kann man Lacke mit solchen Eigenschaften herstellen. Die Arbeit daran muss schon beim Planen des Produktes eingeleitet werden – eine schwierige Aufgabe, denn es geht doch darum, dass das Endprodukt mehrere Vorteile in sich verbindet, die oft angesichts der Eigenschaften ihrer Einzelteile schwer zu vereinen sind.

Eine Verbindung der optimalen Spritzviskosität und des hohen Beschichtungsgrades (Vermeidung von Läufern) ist vom Blickpunkt eines Lackherstellers eine wahre Herausforderung. Dies kann aber erreicht werden, auch bei so anspruchsvollen Produkten, wie wasserlösliche Untergrundlacke, z. B. Aqua 2G der Marke Profix.